High Fantasy,  Rezension

Der kleine Hobbit

Inhalt:

Bilbo Beutlin, ein wohlhabender Hobbit, genießt sein beschauliches Leben in einer gemütlichen Hobbithöhle. Nichts lässt ihn aus Ruhe und schon gar nicht um seine fünf Mahlzeiten bringen. Abenteuer sind nichts für Bilbo. Allein schon der Gedanke, etwas Aufregendes zu erleben, übersteigt seine Vorstellungskraft. Doch dann klopft eines Tages der Zauberer Gandalf an seine Tür und schon kurz darauf 12 muntere Zwerge. Sie haben den Plan einen lang verschollenen Schatz, bewacht von dem furchteinflößenden Drachen Smaug, zurück zu erobern. Dazu fehlt ihnen noch ein vierzehntes Mitglied: Ein Meisterdieb.

Ausgerechnet diese Rolle soll Bilbo übernehmen, welcher sein Unglück kaum fassen kann. Trotzdem zieht er gezwungenermaßen mit den Zwergen auf den Weg, über Berge und Täler, Flüsse und Wälder. Was als heitere Unternehmung beginnt, wird bald zu einer gefährlichen Reise, die so manche feindlichen Kreaturen und andere Herausforderungen bereithält. Und nicht nur einmal wünscht sich Bilbo zurück in seine warme gemütliche Hobbithöhle…

Jasminas Meinung:

Der kleine Hobbit stand schon einiger Zeit bei mir im Regal und ist der Klassiker in der Fantasyliteratur. Trotzdem konnte das Buch mich von der Inhaltsangabe nicht so richtig überzeugen, bis ich die liebe Anouk zu einem Buddyread überreden konnte 😊 Zusammen haben wir es schließlich aufgeschlagen und mit den ersten Seiten begonnen. Schon von Anfang an schloss ich Bilbo ins Herz. Seine Unsicherheit, seine Eigenheiten, sein liebes Wesen, all das hat ihn von dem klassischen Buchhelden unterschieden und doch zu einer sehr vielseitigen Persönlichkeit gemacht. Sein Zwiespalt zwischen dem Abenteuer und dem Wunsch, in seine Hobbithöhle zurückzukehren, hat mich jedes Mal zum Schmunzeln gebracht. Doch mit jeder Herausforderung, die er meistert, schimmert ein wenig die Tukseite in ihm durch, bis er sich von einem ängstlichen Charakter zu einem wagemutigen Hobbit wandelt.

Auch die anderen Charaktere haben ihre Ecken und Kanten. Besonders die etwas mürrischen Zwerge haben immer wieder für Spannungen innerhalb der Truppe gesorgt, waren nicht sehr begeistert von ihrem „Meisterdieb“, der noch nie zuvor Hobbingen verlassen hatte. Doch auf einer solch gefährlichen Reise muss man zusammenstehen, das sehen Bilbos Mitstreiter schließlich ein. Trotzdem geht die Situationskomik nicht verloren und bis zum Ende konnte ich immer wieder herzhaft lachen.

Das, was mich jedoch leider gar nicht überzeugen konnte, war der Schreibstil. Die detaillierten Beschreibungen waren meist sehr Adjektiv-lastig und irgendwann habe ich aufgehört zu zählen, wie oft das Wort „obgleich“ verwendet wurde. Auch wenn man fairerweise sagen muss, dass der Sprachgebrauch dem Erscheinungsjahr 1937 geschuldet ist, hätte ein wenig mehr Dynamik dem Buch nicht geschadet. Teilweise geht es sehr schleppend voran und ich musste immer wieder auf Anouks Motivation zurückgreifen. Alles in allem würde ich dennoch sagen, dass man das Buch als Fantasyfan einfach gelesen haben muss und an den Charakteren seine Freude haben wird.

Es war eine Hobbithöhle und das bedeutet Behaglichkeit.

Anouks Meinung:

Den kleinen Hobbit mit Jasmina zusammen zu lesen, war schon die zweite Chance, die ich dem Buch gegeben habe. Letztes Jahr hatte ich es auch schon einmal angefangen zu lesen, doch es war mir einfach zu zäh. Und dieses Mal war es nicht viel anders, außer, dass wir uns durch den Austausch gegenseitig motivieren konnten, das Buch weiterzulesen.

Der kleine Hobbit spielt in dem High Fantasy Setting „Mittelerde“, wo es nicht nur Hobbits, sondern auch Zwerge, Elben, Trolle, Orks, Drachen und viele weitere Wesen gibt. Ich fand es schön, die Welt und ihre Wesen nach und nach auf der Reise von Bilbo und den Zwergen kennenzulernen. Zudem gibt es malerische Landschaftsbeschreibungen, sowie lustige Stellen und Kapitel, die ich sehr mochte.

Allerdings hat es mir kaum Spaß gemacht zu lesen, ich musste mich teilweise quälen, weiterzulesen. Das lag wohl an dem ausschweifenden, ältlichen Schreibstil, sodass ich das Gefühl hatte, die Handlung würde sich ewig in die Länge ziehen. Die Truppe gerät zwar oft in gefährliche Situationen, aber irgendwann merkt man, dass sie es immer schaffen, sich aus diesen zu befreien. Es war langweilig und anstrengend zu lesen. Etwas, das mich auch genervt hat, war, dass gefühlt auf jeder Seite mindestens einmal das Wort „obgleich“ stand. Eine Wendung fand ich mega enttäuschend, aber das Ende war dann doch zufriedenstellend.

Möge der Wind unter euren Schwingen euch dorthin tragen, wo die Sonne zieht und der Mond wandert. – Gandalf

Übliches Abschiedswort unter Adlern

Fazit:

Der kleine Hobbit war ein vielseitiges Leseerlebnis mit witzigen Charakteren. Leider konnte uns das Buch aufgrund der immer wiederkehrenden Längen nicht fesseln und begeistern. Trotzdem ist und bleibt der kleine Hobbit ein Fantasyklassiker, den wir für alle mit Durchhaltevermögen oder Buddy empfehlen.

Fakten:

TitelDer kleine Hobbit
AutorJ.R.R. Tolkien
Verlagdtv (Taschenbuchausgabe)
Erscheinungsjahr1937 (Erstauflage)
Seitenzahl332
Preis10,00 €

Eure Anouk und Jasmina

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