Rezension,  Urban Fantasy

Tinte und Siegel

Handlung:

Aloysius Mc Bharrais (Al) ist ein freundlicher, älterer Herr mit beachtlichem Schnurrbart, der eine Druckerei und Binderei in Glasgow führt. Doch das ist nur seine Tarnung für die Öffentlichkeit. Im Geheimen arbeitet er als Siegelmagier für BRIGHID, die Oberste unter den Feen, und geht dabei sicher, dass zwischen Menschen und Feenwesen alles mit rechten Dingen zuläuft. Dafür erschafft er mit Zaubertinte geheime, magische Siegel als Verträge.

Al ist aber auch verflucht. Auf längere Zeit hassen ihn seine Liebsten abgrundtief, und seine Schüler sterben alle früher, oder später. So nun auch Gordie, sein siebter Schüler in Folge, der an einem Rosinenscone erstickt ist. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, findet Al heraus, dass Gordie an illegalem Handel mit Feenwesen beteiligt war. Also macht er sich mit Nadia, seiner Buchhalterin und Buck, einem Hobgoblin auf, um Gordies hinterhältiges Verbrechen wieder in Ordnung bringen.

Meinung:

Schon das tolle Cover mit dem Handlettering, aber auch der lustige Klappentext haben mich neugierig auf diese Fantasygeschichte gemacht. Die Idee, mit besonderer Tinte magische Siegel zu erschaffen finde ich so cool. Al kann durch die magische Kraft dieser Siegel zum Beispiel stärker oder wendiger werden, sich heilen, oder eine schärfere Sicht bekommen.

Die Charaktere sind alle außergewöhnlich und sympathisch. Al ist zwar schon etwas älter, aber körperlich und geistlich noch sehr fit. Das muss er als Siegelagent auch sein, da er oft mit gefährlichen Wesen zu tun bekommt, und kämpfen muss. Er ist rücksichtsvoll und trifft Entscheidungen klug, was man daran erkennt, dass er den aufgeweckten Hobgoblin Buck Foi bei sich aufnimmt und sich um ihn sorgt. Man merkt auch, dass er schon viel Lebenserfahrung hat. Trotz seinem Alter konnte ich seine Gedanken gut nachvollziehen.

Als Hobgoblin ist Buck zu Streichen aufgelegt, aber im Gegensatz zu den meisten seiner Art ist er gutherzig. Seine frechen und unverschämten Sprüche waren wirklich sehr amüsant, und haben mich grinsen lassen. Dann ist da noch Nadia, Al’s Buchhalterin, die ihm nicht nur in Bürokratischem unterstützt, sondern auch als Schlachtenseherin bei Kämpfen. Sie ist ziemlich cool und grufti. Alle Charaktere gehen humorvoll miteinander um, und das hat zu einer schönen, lockeren Atmosphäre beigetragen.

Das Setting in Schottland hat mir auch super gefallen und die Schauplätze in Glasgow werden toll beschrieben. Kevin Hearnes Schreibstil ist flüssig und entspannt, es hat mir viel Spaß gemacht zu lesen. Allerdings konnte mich die Handlung nicht so packen. Es gab keine Wendungen und alles was zuvor vermutet wurde, hat sich als richtig herausgestellt. Dadurch ist nie so richtig Spannung aufgekommen, was ich etwas schade fand.

Die Welt ist von der irischen Mythologie inspiriert, und es gibt Gottheiten und Feenwesen. Diese leben jedoch in ihrem eigenen „Gefilde“. Al kümmert sich mit Siegeln in einem bestimmten Gebiet darum, dass die Feenwesen, wenn sie auf die Erde kommen, nicht das machen, was sie wollen. Das ganze Konzept fand ich interessant und hat mir total gut gefallen. Leider fand ich, es wurde in dieser Hinsicht zu wenig erklärt, was wahrscheinlich daran lag, dass das Buch in derselben Welt spielt, wie „die Chronik des eisernen Druiden“, und diese Reihe hat Kevin Hearne vor „Tinte und Siegel“ geschrieben. Dementsprechend brauchte „Tinte und Siegel“ nicht so viele Erklärungen zu der Welt. Mir hätte es aber geholfen, weil das das erste Buch war, das ich von dem Autor gelesen habe. Die Feenwesen und andere Begriffe werden aber am Ende in einem Glossar erläutert.

Solche Augenblicke schätze ich: kleine Leuchtfeuer der reinen Freude und Zufriedenheit, die schon nach wenigen Sekunden nur noch Erinnerung sind. Für sie zu leben und zu arbeiten lohnt sich immer. -Al

Fazit:

Tinte und Siegel hat mir richtig gut gefallen, vor allem die Idee, die Charaktere und der Humor. An manchen Stellen hat mir etwas die Spannung gefehlt. Ich freue mich aber schon sehr auf das nächste Abenteuer von Al und seinen Begleitern.

Fakten:

TitelTinte und Siegel – Die Chronik des Siegelmagiers
AutorKevin Hearne
VerlagHobbit-Presse Klett-Cotta
Erscheinungsjahr2021
Seitenzahl384
Preis15,00 €
Band1

Eure Anouk

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