High Fantasy,  Rezension

Im Sturm der Echos

Achtung Spoiler für alle die den dritten Band der Spiegelreisenden noch nicht gelesen haben!

Inhalt:

Ophelia ist immer noch auf Babel, als sich auf einmal etwas Erschreckendes ereignet: Auf Babel tauchen bodenlose Löcher auf. Und nicht nur auf Babel, sondern auch auf Anima, dem Pol und all den anderen Archen verschwinden große Teile Erdboden samt Lebewesen im Nichts. Auch die Echos stören die Leitungen und Verbindungen zwischen den Archen so stark, wie nie zuvor. Ophelia und Thorn müssen fassungslos dabei zusehen, wie ihre Welt immer weiter auseinanderbricht. Sie sind sich sicher, dass „Der Andere“ hinter der Zerstörung steckt und er aufgehalten werden muss. Aber wie sollen sie ihn finden, wo niemand weiß wie er aussieht? Um die letzte Wahrheit aufzudecken, begeben sich Ophelia und Thorn ins Beobachtungsinstitut für Abweichungen, wo alles mit „Gott“ und „dem Anderen“ angefangen haben soll. Und sie ahnen nicht, welche Hindernisse und Verwicklungen sie erwarten.

Meinung:

Das Buch schließt genau an das Ende vom dritten Band an, so kam ich wieder gut in die Geschichte rein. Es ist spannend geschrieben und die bedrückende und gefährliche Atmosphäre konnte mich fesseln. Ganz besonders während Ophelias Aufenthalt im Beobachtungsinstitut war mir unheimlich. Sie muss dort absonderliche Untersuchungen und Methoden über sich ergehen lassen, die mich echt gegruselt haben. Alle verfolgen ihr eigenes Ziel.

Beim Lesen wird man richtig gefordert, aktiv über die Geschehnisse nachzudenken. Es gab viele verschiedene Handlungsstränge zu verfolgen, und man musste sich konzentrieren, um all die Zusammenhänge zu verstehen. Teilweise war das anstrengend, aber es hat auch Spaß gemacht, weil die Welt dadurch noch mehr Tiefe bekommen hat. Aufgrund der vielen Wendungen blieb das Buch bis zum Ende unvorhersehbar für mich.

In diesem Band mochte ich alle Charaktere rund um Ophelia sehr gerne, alle waren auf ihre eigene Art besonders und wichtig. Ophelia entwickelt sich in jedem Band weiter, wird stärker und wächst über sich hinaus. Vor allem hat mir auch die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen ihr und Thorn gefallen. Die Weise, wie die Beiden sich ergänzen und unterstützen ist einzigartig.

Thorn wurde mir wieder sympathischer, da es auch Kapitel aus seiner Sicht gab. Somit ist man ihm und seiner Art zu denken nähergekommen, und ich konnte ihn besser verstehen. Christelle Dabos hat dies toll umgesetzt, weil man seine strukturierte Person (Denken in Zahlen und Wahrscheinlichkeiten) richtig gut wiedererkannt hat.

Zum Ende hin wurde es mega komplex. Zunächst werden immer nur Teile der ganzen Wahrheit aufgedeckt, bis es schließlich zum großen Showdown kommt, und sich alle Puzzleteile zusammensetzen. Ich fand, es wurde immer komplizierter das Ganze zu verstehen und auch verwirrender. Ich bin mir auch nicht sicher, alles richtig verstanden zu haben, weshalb ich das Buch sicher noch einmal lesen müsste. Eine Auflösung fand ich ziemlich überraschend, da sie nicht so wirklich angedeutet worden ist. Das Ende hat mir leider nicht so gut gefallen, ich hätte mir ein weniger offenes für Ophelia und Thorn gewünscht.

Thorn betrachtete seine Arme, die nun leer und doch so voll neuer Kraft sind. Arme, die Unmögliches vollbringen können. Sogar etwas mehr als das.

Fazit:

Im Sturm der Echos ist ein spannender Abschluss der Spiegelreisenden Saga, der mir insgesamt wieder super gefallen hat, obwohl es sehr anspruchsvoll zu lesen war. Leider konnte mich aber das Ende nicht zufrieden stellen. Trotzdem kann ich die ganze Reihe jedem Fantasy-Leser nur ans Herz legen, weil sie wirklich anders, besonders und fantastisch ist.

Wenn ihr die Reihe auch gelesen habt, schreibt gerne mal in die Kommentare, wie ihr sie fandet (aber ohne Spoiler!). Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns über die Reihe austauschen können.

Fakten:

TitelIm Sturm der Echos
AutorinChristelle Dabos
VerlagInsel
Erscheinungsjahr2020
Seitenzahl612
Preis18 Euro
Band4

Eure Anouk

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