High Fantasy,  Rezension

Die Verlobten des Winters

Handlung:

Ophelia führt ein friedliches Leben auf der Arche Anima. Sie liebt ihre Arbeit im Museum, die Interaktion mit historischen Gegenständen. Ihre Fähigkeit Gegenstände zu lesen offenbart ihr deren Vergangenheit sowie die Gefühle und Gedanken ihrer alten Besitzer. Dafür muss sie nur ihre Handschuhe abstreifen und ihre Hände um jenen Gegenstand legen. Zusätzlich kann sie durch Spiegel gehen. Doch eines Tages erfährt sie, dass sie an die Arche Pol ziehen soll, um einen Adligen namens Thorn zu heiraten. Das hat der Rat ihrer Arche so beschlossen. Mit ihrer Tante, die sie als Anstandsdame begleitet, reist sie zu ihrem neuen Zuhause, wo schon zahlreiche Gefahren und Fallen auf sie warten.

Meinung:

Christelle Dabos hat mit der Welt Ophelias ein unglaublich faszinierendes Universum erschaffen. Vor langer Zeit wurde unsere Erde in Stücke zerteilt und es entstanden am Himmel schwebende Archen. Auf jeder dieser kleinen oder großen Archen, besitzen die Bewohner unterschiedliche Fähigkeiten. Auf der behaglichen Arche Anima zum Beispiel, führen Dinge ihr Eigenleben und die Menschen dort können sie beherrschen. Die Arche Pol dagegen hat keinen guten Ruf und ist umso gefährlicher. Die Bewohner verfügen über die Macht den menschlichen Geist zu manipulieren und trachten einander nach dem Leben. Am Hofe des Pols weiß man nie, was echt, und was eine Täuschung ist. Während Ophelias Aufenthalt dort, lernt man mit ihr zusammen alles neu kennen, und das hat mir richtig gut gefallen.

Auch die Charaktere konnten mich begeistern. Sie hatten alle ihre Eigenarten, die sie sehr greifbar für mich gemacht haben. Ophelia ist nicht die typische Hauptperson. Sie ist tollpatschig, unscheinbar und zurückhaltend, was ich als herrlich anders empfunden habe. Doch als man ihr am Pol mit äußerster Rücksichtslosigkeit begegnet, zeigt sich Willensstärke und Standhaftigkeit, die man nur ihrer äußerlichen Erscheinung nach, nicht erahnt hätte. Ich fand es sehr beeindruckend, wie Ophelia sich am Pol durchgeschlagen hat. Außerdem schleppt sie immer ihren Kumpan, einen lebendigen Schal mit sich mit. Echt supercool! Ich mochte auch ihren schrägen Großvater und ihre Tante Roseline, Gwenael und Mutter Hildegard. Nur Thorn und seine Hintergründe blieben mir rätselhaft.

Der Schreibstil von Christelle Dabos ist besonders. Mit Wortwitz und detailreichen Beschreibungen erzeugt sie Spannung und eine bestimmte Atmosphäre, die mich ganz in ihren Bann ziehen konnte. Ich fand auch, dass sie eine gute Balance zwischen Erläuterungen und wörtlicher Rede gefunden hat. Und zuletzt: Ich liebe das Cover! Diese mega filigranen Zeichnungen auf den Covern der Reihe sind einfach so wunderschön!

„Charme ist die beste Waffe der Frau, du musst dich ihrer ohne jegliche Skrupel bedienen.“-Agathe

Fazit:

Die Verlobten des Winters ist der Auftakt zu einer Reihe mit grandioser Welt, schrulligen Charakteren und wunderbaren Schreibstil. Ich bin schon super gespannt auf den zweiten Band. Ein Buch für alle, die gerne in ausgefallene, zauberhafte Geschichten abtauchen.

Fakten:

TitelDie Verlobten des Winters
AutorinChristelle Dabos
VerlagInsel
Erscheinungsjahr2019
Seitenzahl535
Preis18,00 Euro
Band 1

Eure Anouk

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