Rezension,  Urban Fantasy

Mr. Parnassus Heim für magisch Begabte

Handlung:

Linus Baker ist ein vorbildlicher Beamter der „Behörde für die Betreuung magischer Minderjähriger“ (BBMM). Im Auftrag der BBMM besucht er Waisenhäuser, um zu überprüfen, dass es dort wohnlich ist und die Kinder sich wohlfühlen. Jeden Tag arbeitet er im Büro, trägt einen Anzug, schreibt an seinen tadellosen Berichten und wird strengstens überwacht, kontrolliert. Nach der Arbeit kommt er abends nach Hause, wo seine missmutige Katze ihn erwartet und er Musik hört. Seine Tage sind immer gleich, doch das stört ihn nicht, er ist zufrieden. Nur das Meer möchte er gerne einmal sehen.

Doch dann wird er zum Allerhöchsten Management einberufen und erhält einen äußerst geheimen Auftrag. Er soll für vier Wochen das Kinderheim eines gewissen Arthur Parnassus unter die Lupe nehmen, in dem die Kinder als „gefährlich“ eingestuft werden. Gezwungenermaßen reist er auf die Insel, inmitten des Ozeans, auf der die magischen Kinder leben. Dort trifft er auf eine für ihn neue, bunte Welt, und Kinder mit Fähigkeiten, die er nie für möglich gehalten hätte. Zurückhaltend und sachkundig nimmt er seine Arbeit ernst und  merkt zuerst nicht, wie ihm die Kinder langsam ans Herz wachsen und er sich auf ein Abenteuer einlässt, das sein Leben für immer verändern wird…

Meinung:

Die Geschichte beginnt langsam, denn zunächst wird Linus´ gleichförmiger Alltag beschrieben, der keineswegs spannend ist. Linus schien mir gleich als ein liebenswerter Mann, da er ein Musikliebhaber ist und Selbstgespräche führt. Gleichzeitig tat er mir auch leid, wegen der lieblosen Arbeitsatmosphäre im Büro und seiner Chefin, in Form einer Giftschlange. Doch der Alltagstrott hat ein Ende, als er auf der farbenfrohen Insel ankommt und die magischen Kinder kennenlernt. Ab diesem Punkt war ich vollkommen begeistert von der Geschichte. Auf der Insel herrscht eine fröhliche, besonnene Stimmung, in der ich mich sehr wohl gefühlt habe.

Die Kinder habe ich alle vom ersten Moment an liebgewonnen. Jeder von ihnen ist individuell und besonders. Ich fand es toll jeden kennen zu lernen, nicht nur ihre speziellen Fähigkeiten, sondern auch ihre Interessen, Eigenarten und Träume. Alle wurden liebevoll detailliert beschrieben und waren einfach so süß! Insbesondere die Gedanken und schlauen Fragen der Kinder haben oft zu herzerwärmenden Momenten geführt, die mich berührt oder zum Lachen gebracht haben. Man spürt den Zusammenhalt zwischen ihnen, wie Geschwister, die sich gegenseitig beschützen. Es hat mir viel Spaß gemacht, mich auf diese wundervolle Insel zu träumen, mir all die Farben vorzustellen und mit den Kindern auf Abenteuerreise zu gehen.

„Es sind die kleinen Dinge. Kleine Schätze, auf die wir unvermutet stoßen, ohne zu wissen, woher sie stammen. Und stets dann, wenn wir am wenigsten damit rechnen. Eigentlich wunderschön, wenn man einmal darüber nachdenkt.“-Arthur

Zuerst ist Linus sehr unschlüssig und denkt eingeschränkt über die Kinder. Er lässt sich von Regeln leiten und urteilt unwissend. Doch während seinem Aufenthalt auf der Insel verändert er sich immer mehr und tut, was er für richtig hält. Diese Entwicklung passiert etwas langsam, aber das macht es auch realistisch und glaubwürdig. Auf der Insel findet er sich selbst und seine innere Ruhe. Nicht nur Linus, sondern auch die Kinder und Arthur entwickeln sich weiter. Die kleine Liebesgeschichte zwischen Linus und dem Heimleiter hat mir auch super gefallen.

In dem Buch wird eine Bandbreite an wichtigen Themen angesprochen. Es geht um Toleranz, LGBTQ, Selbstfindung, Einsamkeit, Träume, Mut und vieles mehr! All diese Themen sind gut mit in die Geschichte eingearbeitet, doch durch die vielen Themen konnte der Umfang einzelner nicht wirklich tiefgehend behandelt werden. Dennoch wird mir das Buch noch länger in Erinnerung bleiben, aufgrund der wundervollen Botschaften, die es vermittelt. Dass man sich Zeit nimmt für das, was man gerne tut. Dass man sich nicht auf Vorurteile festsitzen, sondern sich selbst ein Bild machen sollte. Dass Veränderungen im Herzen einzelner Menschen beginnen.

Die Geschichte kommt ohne viel Spannung aus, denn sie lebt von den Charakteren und Botschaften. T.J. Klunes Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen und man wird umhüllt von einer magischen Atmosphäre. Ganz besonders hat mir das Ende gefallen, weil alles gepasst hat und es so rührend war. Sicher werde ich das Buch nochmal lesen.

„Musik gibt es überall, Mr. Baker. Sie müssen nur lernen, sie zu erkennen.“- Zoe

Fazit:

Mr. Parnassus Heim für magisch Begabte ist ein wunderbares Wohlfühlbuch mit magischer Atmosphäre. Ich hatte super viel Freude beim Lesen, vor allem mit den herzerwärmenden Charakteren. Es ist humorvoll, beinhaltet tolle Themen und passt perfekt in die Sommertage. Eine Leseempfehlung an alle!

Eure Anouk

Fakten:

TitelMr. Parnassus Heim für magisch Begabte
AutorT.J. Klune
VerlagHeyne
Erscheinungsjahr2021
Seitenzahl473
Preis14,99 €

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