Rezension,  Urban Fantasy

Die vier verborgenen Reiche

Inhalt:

Caspar strukturiert seine Schultage bis auf kleinstes Detail, um den Klassenfieslingen Leopold und Candida bloß nicht über den Weg zu laufen. Die beiden sind stinkreich und nutzen jede Möglichkeit, Caspar zu schikanieren und ihm weißzumachen, dass er nicht auf diese Schule gehört. Eines Tages versteckt Casper sich vor ihnen in einer magischen Standuhr. Plötzlich findet er sich in einem hohlen Baum in einer fremden Welt wieder, vor ihm ein Mädchen namens Wilda, auf deren Wangen kleine Sterne glitzern. Sie nimmt ihn nicht gerade freundlich auf, erklärt ihm aber das Reich Morgenstern, dessen Bewohner Wetterwunder für das Wetter in unserer Welt sammeln. Doch mit der Aufbereitung der Wetterwunder stimmt etwas nicht, und das Reich befindet sich in großer Gefahr. Und mit ihm auch unsere Welt, in der das Wetter aus den Fugen gerät und heftige Orkane Opfer fordern. Können Caspar und Wilda ihre Hemmungen überwinden und sich der Gefahr gemeinsam entgegenstellen?

Meinung:

Caspar ist ein unglaublich ängstlicher und unsicherer Junge, der gar nichts von Abenteuern hält. Denn die kann man ja so schlecht planen… Trotzdem lässt er sich auf eines ein, mit der Hoffnung, einen Weg zurück in seine Welt zu finden. Wilda jedoch treibt der Wunsch an, sich vor allen beweisen zu wollen, vor allem vor ihren Eltern, die nach einem schwerwiegenden Ereignis in sich gekehrt sind und sie nicht mehr so beachten. Ihre innere Unruhe drückt sich in Stimmungsschwankungen und Wut aus, die andere trifft. Mit von der Partie ist außerdem der Drache Arlo, zu klein, um bei den Großen mitzumachen. Alle drei sind so ziemliche Antihelden, was ich mal etwas Anderes fand.

Caspars starre Einstellung, hat mich anfangs ein bisschen gestört, weil ich mir gewünscht hätte, er würde sich mehr trauen und sich selbst auch mehr zutrauen. Doch während des Abenteuers wächst er immer mehr über sich hinaus, beschützt seine Gefährten und wagt auch etwas. Er lernt über sich selbst, über Mut und Freundschaft. Mich hat es gefreut, diese Entwicklung mitzuverfolgen. Auch Wilda ändert sich und zwischen den beiden entsteht eine Freundschaft. Ihnen fällt es nun leichter über ihre Ängste zu sprechen, sich aber auch ihren Stärken bewusst zu sein. Ich fand ihre Charakterentwicklungen, sowie die freundschaftliche Annäherung realistisch, da sie Stück für Stück passierten.

Mir sind Caspar und Wilda sehr ans Herz gewachsen, aber auch so manche Wesen aus Morgenstern. Denn auf ihrer riskanten Reise treffen sie auf Wolkenriesen, Nieselhexen, Schneetrolle und viele mehr! Alle haben ihre witzigen Eigenarten und kümmern sich gebührend um die Wetterwunder. Auch die Orte, an denen die Helden vorbeikommen, werden bildlich und lebendig beschrieben. Abi Elphinstone lässt viele schöne Ideen und Details in die Geschichte einfließen, von einem magischen Notfallreisekoffer, Kaugummis, die Kiemen entstehen lassen (leider nicht zum Einsatz gekommen) bis zu einem sprechenden Heißluftballon.

„Das Leben ist ein bisschen wie Schnee, mein Junge: nicht selten gefährlich, komplett unberechenbar und häufig allzu schnell zerronnen. Aber ich sag dir, es ist schön, solange es dauert.“-Borstenbart

Fazit:

Die vier verborgenen Reiche ist eine spannende Abenteuergeschichte über zwei außergewöhnliche Kinder, die zusammen über sich hinaus wachsen. Besonders schön fand ich die realistischen Charakterentwicklungen, aber auch die Idee der Wetterwunder und der vier Reiche an sich. Ich freue mich schon auf die weiteren Bände der Reihe!

Eure Anouk

Fakten:

TitelDie vier verborgenen Reiche – Caspar und die Träne des Phönix
AutorinAbi Elphinstone
VerlagCarlsen
Erscheinungsjahr2022
Seitenzahl336
Preis15,00 €
Band1

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